Okonomiyaki ist mein absoluter Geheimtipp für Wochentage, wenn’s schnell gehen muss, aber trotzdem etwas Besonderes auf den Tisch kommen soll. Das japanische Rezept braucht nur wenige Zutaten, die meisten hast du ohnehin in der Küche. In 20 Minuten sitzt ihr zusammen und genießt diesen wunderbar saftigen Pfannkuchen mit knuspriger Oberfläche. Meine Kinder sind verrückt danach – und ehrlich: Das ist auch für mich als Ernährungsberaterin ein großer Pluspunkt, denn hier versteckt sich eine Menge Gemüse.
Warum dieses Okonomiyaki-Rezept so praktisch ist
In meiner Praxis sehe ich oft das gleiche Szenario: Berufstätige Eltern kommen um 18 Uhr nach Hause und wissen nicht, was auf den Tisch kommt. Hier greift dieser japanische Pfannkuchen perfekt. Das Rezept funktioniert mit gefrorenen Shrimps, Tiefkühl-Edamame und Dosenkraut – alles ist erlaubt. Und: Der Teig enthält deutlich weniger Mehl als klassische Pfannkuchen, dafür mehr Gemüse und Eier. Das sorgt für erhöhte Sättigung und stabilere Blutzuckerwerte.
Zutaten (für 2 Personen / 4 Pfannkuchen à ca. 120 g)
- 150 g Weizenmehl (Type 405)
- 150 ml kaltes Wasser
- 2 Eier (Größe M)
- 1 Teelöffel Natron (oder Backpulver)
- 1 Teelöffel Sojasauce
- ½ Teelöffel Meersalz
- 200 g Spitzkohl oder Weißkohl, fein gehackt
- 80 g Karotten, grob gerieben
- 50 g Edamame (tiefgefroren oder frisch)
- 60 g Schweinebauch (Bacon) oder vegetarisch: 50 g Pilze, gehackt
- 2 Frühlingszwiebeln, in Ringe geschnitten
- 3 Esslöffel Pflanzenöl (zum Braten)
- Zum Servieren: 4 Esslöffel Okonomiyaki-Sauce (oder Barbecuesauce), 1 Esslöffel Mayonnaise, Aonori (getrocknete Seealgen, optional), Bonito-Flocken (optional)
Kosten pro Portion: ca. 3,80 € (mit Bacon), ca. 3,20 € (vegetarisch)
Zubereitung
Gesamtdauer: ca. 18–22 Minuten
Schritt 1: Teig vorbereiten (3 Minuten)
Mehl, Natron und Salz in einer großen Schüssel miteinander vermengen. Eier mit Wasser und Sojasauce verquirlen und zur Mehlmischung geben. Alles gründlich mit einem Schneebesen verrühren, bis ein cremiger, aber nicht zu dünner Teig entsteht. Der Teig sollte wie Pancake-Teig aussehen – wenn er zu dünn ist, einfach ein bis zwei Esslöffel Mehl nachstreuen.
Schritt 2: Gemüse und Fleisch vorbereiten (4 Minuten)
Während der Teig kurz ruht, Kohl fein hacken, Karotten reiben, Edamame aus dem Eisfach nehmen und kurz unter fließendem Wasser antauen lassen. Bacon in feine Streifen schneiden (falls du es verwendest – bei Pilzen einfach würfeln). Frühlingszwiebeln in Ringe schneiden und zur Seite legen.
Schritt 3: Gemüse in den Teig geben (2 Minuten)
Jetzt kommt der wichtigste Schritt: Kohl, Karotten, Edamame und Bacon zur Teigschüssel geben und alles vorsichtig mit einem Spatel oder einem Holzlöffel unterheben. Die Bewegung sollte eher „umfassen und wenden“ sein, nicht rühren – so vermeidest du, dass der Teig zu zäh wird.
Schritt 4: Erste Pfannkuchen braten (6–8 Minuten)
Eine große Pfanne (idealerweise 28–30 cm Durchmesser) auf mittlerer Hitze mit 1,5 Esslöffeln Öl gut vorheizen – die Oberfläche sollte glänzen, aber noch nicht rauchen. Die Hitze ist entscheidend: Zu heiß und es brennt an, zu kühl und die Pfannkuchen werden ölig statt knusprig.
Mit einem großen Schöpfer oder Schaber ca. 150–170 g Teig in die Pfanne geben und sofort mit der Schaufel ganz flach drücken – auf etwa 1,5 cm Dicke. Nicht zu dünn (sonst reißt es), nicht zu dick (sonst wird das Innere nicht gar). Ein bis zwei Minuten braten, dann die erste Seite ansehen. Sie sollte goldbraun und knusprig sein – wenn du sanft wackeln kannst, ist sie bereit zum Wenden.
Pfannkuchen vorsichtig wenden – das klingt aufwändiger, als es ist. Mit einem guten Spatel klappt’s in einer Bewegung – und die zweite Seite weitere 2–3 Minuten goldbraun backen. Raus auf einen Teller, in der Pfanne kurz auswischen.
Schritt 5: Zweiter Pfannkuchen (6–8 Minuten)
Mit den restlichen 1,5 Esslöffeln Öl das Gleiche wiederholen. Die Hitze anpassen, falls nötig (das zweite Mal ist die Pfanne oft heißer). Tipp: Den ersten Pfannkuchen parallel im 60-°C-Ofen oder einfach unter einem Tuch warm halten, damit die beiden zusammen serviert werden können.
Schritt 6: Topping und Servieren (2–3 Minuten)
Während die letzten Pfannkuchen braten, Okonomiyaki-Sauce und Mayonnaise in zwei kleine separate Schälchen geben oder mit einem Zahnstocher feine Linien auf den Pfannkuchen ziehen. Aonori und Bonito-Flocken darüberstreuen (falls du sie hast – ohne sind sie aber auch absolut lecker). Mit frischen Frühlingszwiebeln garnieren.
Nährwerte pro Portion (1 Pfannkuchen à ca. 120 g Teig + Belag, geschätzt)
- Energie: ca. 310 kcal
- Protein: ca. 12 g
- Kohlenhydrate: ca. 28 g
- Fett: ca. 15 g
- Ballaststoffe: ca. 2,5 g
Die Nährwerte werden ohne zusätzliche Saucen berechnet. Mit der empfohlenen Menge an Okonomiyaki-Sauce und Mayo kommen ca. 80–100 kcal hinzu.
Tipps von Lena
Variation 1: Das Okonomiyaki-Rezept vegetarisch-schnell: Vergiss den Bacon, nimm stattdessen 70 g Pilze (Champignons oder Austernpilze), fein gehackt, und 30 g Käse (Gouda oder Cheddar) in den Teig. Der Käse schmilzt beim Braten und verleiht dem Ganzen eine fantastische Umami-Note – genauso herzhaft wie die Fleischversion.
Variation 2: Für den schnellen Lunchbox-Lunch: Das Okonomiyaki-Rezept funktioniert auch kalt in der Dose. Am nächsten Morgen ein paar Minuten in der Pfanne kurz anwärmen (2–3 Minuten pro Seite bei mittlerer Hitze), und es schmeckt wieder wie frisch zubereitet. Meine Kinder nehmen das immer mit in die Schule.
Mein wichtigster Tipp zum japanischen Pfannkuchen: Das Geheimnis liegt im korrekten Verhältnis von Teig zu Gemüse. Es sollte sich etwa 50:50 anfühlen – nicht zu viel Gemüse, sonst hält der Teig nicht zusammen, nicht zu wenig, sonst schmeckt es nach Weizenmehl. Und: Kalt vom Herd schmeckt es besser als strahlend heiß – lass es zwei bis drei Minuten ruhen, dann kannst du auch viel besser die Struktur erkennen.
Häufige Fragen
Kann ich dieses Okonomiyaki-Rezept schon am Vortag vorbereiten?
Ja und nein. Die Teigmischung selbst ist kein Problem – du kannst sie am Vortag anrühren und abgedeckt im Kühlschrank lagern. Das Gemüse würde ich aber erst 30 Minuten vor dem Braten unterheben, sonst gibt es zu viel Flüssigkeit ab und der Teig wird matschig. Gekochte Okonomiyaki halten sich im Kühlschrank 2–3 Tage und lassen sich in der Pfanne wieder aufwärmen.
Welche Sauce ist am authentischsten für diesen japanischen Pfannkuchen?
Klassisch ist eine Okonomiyaki-Sauce – im gut sortierten Supermarkt oder online erhältlich. Sie schmeckt ähnlich wie eine Mischung aus Barbecue- und Worcestersauce. Wenn du sie nicht findest, funktioniert auch eine normale Barbecue-Sauce oder –wissenschaftlich betrachtet– eine Mischung aus 2 Esslöffeln Ketchup + 1 Esslöffel Sojasauce + ½ Teelöffel Zucker als Notlösung. Aber die echte Sauce ist online bestellbar und hält sich ewig.
Kann ich das Okonomiyaki-Rezept auch mit Meeresfrüchten machen?
Absolut. Statt Bacon nimm 80–100 g gefrorene Shrimps (kleine Garnelen) oder gehackte Calamari. Diese aus dem Eisfach können direkt in den Teig gegeben werden – sie garen während des Bratens mit. Das ist übrigens die klassischere japanische Variante. Pro Portion spart man damit auch ein paar Cent ein.
Viel Spaß beim Nachkochen! Schreib mir gerne einen Kommentar, wie dir das Okonomiyaki-Rezept gelungen ist – oder welche Variante du ausprobiert hast.




