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Kombucha selbst machen: Schritt-für-Schritt-Anleitung

Kombucha selbst zu machen ist einfacher als du denkst – und deutlich günstiger als das Zeug aus dem Biosupermarkt. Als Ernährungsberaterin höre ich ständig: „Lena, ist das nicht furchtbar kompliziert?“ Nein. Mit dieser Anleitung hast du in weniger als 15 Minuten Handarbeit deine erste Charge angesetzt. Der Rest passiert von allein.

Zutaten (für 1 Liter Kombucha)

  • 1 Liter Wasser (gefiltert oder abgekocht)
  • 4 Schwarztee-Beutel oder 1 TL loses Schwarztee-Blatt
  • 80 g Zucker
  • 1 SCOBY (Symbiotic Culture of Bacteria and Yeast) – der Pilz
  • 200 ml Starterflüssigkeit (von der letzten Charge oder vom SCOBY-Hotel)
  • Optional: Ingwer, Zitrone oder Beeren für die 2. Gärung

Kosten pro Liter: ca. 1,50 € (ohne SCOBY-Anschaffung) | Kosten pro Portion (250 ml): ca. 0,38 €

Anmerkung: Der SCOBY ist eine einmalige Investition (ca. 15–25 €) oder du holst dir einen von einer Freundin, die bereits Kombucha macht. Nach der ersten Charge kostet es praktisch nichts mehr.

Zubereitung

Zeitaufwand insgesamt: 10–15 Minuten aktive Arbeit + 7–12 Tage Gärung

Schritt 1: Tee zubereiten (5 Minuten)
Wasser zum Kochen bringen und anschließend abkühlen lassen – das ist unerlässlich! Ein kochend heißer SCOBY ist tot. Sobald das Wasser lauwarm ist (idealerweise unter 40 °C), gibst du die Teebeutel oder das lose Teeblatt rein und lässt es 5 Minuten ziehen. Der Tee braucht gar nicht dunkelbraun zu sein; 5 Minuten reichen völlig aus. Den Beutel oder die Blätter entnehmen.

Schritt 2: Zucker auflösen (2 Minuten)
Während der Tee noch warm ist (aber nicht heiß!), den Zucker einrühren, bis er vollständig gelöst ist. Der Zucker ist das Futter für die Bakterien und Hefen im SCOBY – ohne Zucker passiert nichts. Ja, ich weiß, dass das paradox klingt. Aber während der Gärung wird der Zucker nahezu vollständig aufgebraucht. Ein fertig vergorener Kombucha enthält nur noch 2–4 g Zucker pro 100 ml.

Schritt 3: Auf Zimmertemperatur abkühlen lassen (10 Minuten oder länger)
Das ist der langsamste Schritt. Geduld zahlt sich aus. Wenn du den noch warmen Tee mit dem SCOBY zusammenbringst, kann das die Kultur beschädigen. Mein Tipp: Während du wartest, holst du schon dein Gärgefäß raus und wäschst es gründlich (aber nicht mit Spülmittel – reines Wasser reicht).

Schritt 4: SCOBY und Starterflüssigkeit hinzufügen (1 Minute)
Sobald der Tee vollständig abgekühlt ist, gibst du den SCOBY sowie die 200 ml Starterflüssigkeit in dein Gärgefäß. Die Starterflüssigkeit schafft ein saures Milieu, das unerwünschte Keime abwehrt. Der SCOBY sollte oben schwimmen oder sich langsam absenken – das ist völlig normal. Während der Gärung bildet sich eine neue Schicht auf der Oberfläche.

Schritt 5: Mit Tuch abdecken und gären lassen (7–12 Tage)
Bedecke das Gefäß mit einem sauberen Küchenhandtuch oder einem mehrschichtigen Kaffeefilter. Das verhindert, dass Staub oder Fliegen reinkommen, lässt aber Luftzirkulation zu – essentiell für die Gärung. Stelle das Ganze an einen dunklen, warmen Ort (idealerweise bei 226 °C). In meiner Küche in München steht es im Schrank neben der Heizung.

Nach 7 Tagen kannst du mit einem sauberen Stab (kein Metall!) kosten. Magst du es säuerlicher? Länger gären lassen (bis zu 14 Tage). Milder? Nach 5–6 Tagen abfüllen. Hier gibt es kein „richtig“ oder „falsch“ – nur deine Vorliebe.

Schritt 6: Abfüllen und optional zweite Gärung (5 Minuten + 2–5 Tage)
Den fertigen Kombucha durch ein feines Sieb oder einen Filterkaffeefilter in Flaschen füllen. Der SCOBY bleibt im Gärgefäß. Mit der Starterflüssigkeit für die nächste Charge (200 ml) beginnst du sofort einen neuen Ansatz – die SCOBY-Familie wächst schnell!

Für eine zweite Gärung (das Sprudel-Geheimnis): Die abgefüllte Flüssigkeit in verschlossene Flaschen geben, optional mit Saft, Ingwer oder Zitrone aromatisieren und bei Zimmertemperatur 2–5 Tage stehen lassen. Danach kühl lagern. Die Kohlensäure entsteht durch erneute Gärung – toll, oder?

Nährwerte pro Portion (250 ml, nach 7-Tage-Gärung)

  • Kalorien: ca. 15–25 kcal
  • Kohlenhydrate: ca. 3–5 g (überwiegend Zucker, der während der Gärung verbraucht wurde)
  • Protein: unter 1 g
  • Fett: 0 g
  • Probiotische Kulturen: vorhanden, aber Menge wissenschaftlich schwer messbar

Wichtig: Kombucha enthält Spuren von Alkohol (0,5–1,5 % ABV, je nach Gärdauer). Das ist völlig normal und harmlos – weniger als in Sauerkraut. Während meiner Schwangerschaften habe ich Kombucha weiterhin getrunken, auf Rücksprache mit meiner Hebamme.

Tipps von Lena

Tip 1: Das SCOBY-Hotel
In meiner Praxis sehe ich oft, dass Klientinnen aus Angst nur eine Charge Kombucha machen und dann wieder Biomarkt-Kombucha kaufen. Unsinn! Lege dir ein SCOBY-Hotel an: Ein Glas mit einer Schicht Kombucha und mehreren SCOBYs, die übereinander stehen. Das ist deine Rückversicherung. Falls eine Charge einmal schiefgeht (einmalig), hast du ein Backup. Plus: Du kannst SCOBY an Freunde weitergeben und wirst zur Kombucha-Königin deiner Gegend.

Tipp 2: Temperatur ist dein bester Freund
Die Gärung läuft zwischen 20 und 26 °C optimal. Im Winter dauert es länger (bis zu 14 Tage), im Sommer schneller (5–7 Tage). Als Mutter von zwei Kindern weiß ich: Im Kinderzimmer (konstant 20 °C) funktioniert es besser als neben dem Backofen. Mein Tipp: Notiere die Temperatur und die Tage – so lernst du dein Setup schnell kennen.

Tipp 3: Flavoring macht es spannend – und günstiger
Statt teurer Kombucha-Flaschen mit exotischen Geschmacksrichtungen kannst du einfach selbst Kombucha herstellen. In die zweite Gärung eine Scheibe Ingwer oder ein paar Beeren rein – fertig. Ein Behälter selbst vergorenen Kombuchas mit „Beeren-Note“ kostet dich unter 2 €. Das klingt aufwändiger, als es ist: wirklich nur eine Schüssel mit Früchten in der Flasche.

Häufige Fragen

Kann Kombucha selbst machen schiefgehen? Wie erkenne ich, wenn etwas nicht stimmt?

Ja, theoretisch. Aber es ist seltener als du denkst. Warnsignale: Schimmel (grüne oder schwarze flauschige Flecken – nicht der weiße Pilz!), übler Fäkalgeruch (nicht nur „sauer”) oder eine ölige Oberfläche. Bei diesen Symptomen: Charge wegwerfen, Gefäß mit heißem Wasser ausspülen, neu anfangen. Der SCOBY selbst ist robust – er hält einiges aus. In zehn Jahren Kombucha-Machen habe ich genau eine Charge verloren (weil ich unvorsichtig war und Obstfliegen reingekommen sind).

Muss ich den SCOBY zwischen den Gärungen waschen?

Nein. Das ist ein weit verbreiteter Mythos. Der SCOBY braucht keine Reinigung – er lebt von den Kulturen und den Nährstoffen. Waschen könnte ihm sogar schaden. Wissenschaftlich gesehen sind die Bakterien und Hefen in der SCOBY-Matrix perfekt organisiert. Wenn du wirklich etwas sehen möchtest: Mit sauberem Wasser kurz abspülen, falls Schmutzpartikel sichtbar sind. Aber wirklich selten nötig.

Kann ich eine Kombucha-Selbstmacher-Anleitung auch ohne SCOBY starten?

Nicht wirklich. Ein SCOBY ist notwendig – das sind die Organismen, die deinen Kombucha herstellen. Es gibt Online-Anleitungen zum „SCOBY-Züchten“, aber ehrlich: Das dauert 30 Tage und funktioniert nicht zuverlässig. Besser: Frag bei lokalen Kombucha-Machern nach (in Facebook-Gruppen und in Nachbarschafts-Apps). Das ist schneller und günstiger als jedes DIY-Projekt. Oder bestell einen SCOBY online – er kostet 15–20 € und ist sein Geld wert.

Fazit: Kombucha selbst zu machen ist nicht exotisch, nicht kompliziert und nicht teuer. Mit dieser Schritt-für-Schritt-Anleitung machst du ab sofort dein eigenes Kombucha. Nach der ersten Charge läuft es wie von selbst. Viel Spaß beim Gären!

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