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Kimchi selbst machen: Einstieg in die Fermentation

Kimchi selbst machen ist einfacher als du denkst – und deutlich günstiger als die fertige Variante aus dem Supermarkt. In meiner Ernährungsberatungspraxis höre ich oft: „Fermentation klingt so kompliziert.“ Dabei brauchst du nur fünf Minuten aktive Arbeitszeit und einen Behälter. Die eigentliche Arbeit macht die Zeit. Dieses Rezept ist ideal für Berufstätige, die ihre Darmgesundheit nebenbei verbessern möchten – ohne Hokuspokus, sondern mit wissenschaftlich fundierten Prinzipien.

Zutaten (für ca. 500 g fertiges Kimchi)

  • 500 g Chinakohl (ca. 1/4 mittelgroßes Exemplar)
  • 2 EL Meersalz (25 g)
  • 3 Knoblauchzehen
  • 1 Stück Ingwer (ca. 15 g)
  • 2 TL Gochugaru (koreanische Chiliflöckchen) oder ersatzweise 1 TL Paprikapulver + 1/2 TL Cayennepfeffer
  • 1 kleine Lauchstange (weißer Teil)
  • 1 EL Fischsauce oder ersatzweise 1 EL Sojasauce
  • 1 TL Zucker
  • 250 ml Wasser
  • Glas mit Deckel (mindestens 750 ml)

Kosten pro Portion: ca. 2,50 € (bei 4 Portionen à ca. 125 g)

Zubereitung

Schritt 1: Salzlake herstellen (2 Minuten)

Wasser in einen kleinen Topf geben und 2 Minuten bei geringer Hitze erwärmen – es muss nicht kochen, nur handwarm sein (ca.40 °C). Meersalz hinzufügen und rühren, bis es vollständig aufgelöst ist. Wegstellen und abkühlen lassen.

Schritt 2: Chinakohl vorbereiten (5 Minuten)

Chinakohl vierteln, den Strunk entfernen und die Blätter einzeln von innen nach außen ablösen. Gründlich mit kaltem Wasser spülen – zwischen den Blättern versteckt sich gerne Erde. Mit den Händen grob trocknen oder in ein Geschirrtuch legen.

Schritt 3: Aromaten vorbereiten (3 Minuten)

Knoblauch und Ingwer mit der Schale grob hacken – es muss nicht perfekt sein. Lauchstange längs halbieren und in 2-cm-große Stücke schneiden.

Schritt 4: Würzmischung zusammenstellen (2 Minuten)

In einer kleinen Schüssel Gochugaru, Fischsauce und Zucker mit 3 Esslöffeln der abgekühlten Salzlake zu einer Paste verrühren. Das klingt aufwändiger, als es ist – du brauchst dafür wirklich nur eine Gabel.

Schritt 5: Schichtweise zusammenstellen (5 Minuten)

Sauberes Glas nehmen. Nacheinander schichtweise hinzufügen: Chinakohlblatt, dann etwas Würzmischung (mit den Fingern leicht verteilen), dann Knoblauch-, Ingwer- und Lauchstücke. Wieder ein Chinakohlblatt, wieder Würzmischung. So fortfahren, bis der Kohl aufgebraucht ist.

Am Ende die restliche Salzlake über alles gießen, bis der Kohl vollständig bedeckt ist. Das ist bedeutsam – nur die unter Flüssigkeit gärenden Teile fermentieren richtig.

Schritt 6: Gärung starten (1 Minute)

Glas mit Deckel verschließen und bei Zimmertemperatur (18–22 °C) auf die Anrichte stellen. An einen Ort, an dem du es täglich siehst und nicht vergisst.

Schritt 7: Tägliche Kontrolle (täglich 1 Minute)

Jeden Morgen oder Abend: Deckel öffnen, kurz belüften (lässt überschüssige Gase entweichen) und wieder schließen. Das ist alles. Nach 3–4 Tagen wirst du Bläschen sehen und einen intensiven, würzigen Geruch wahrnehmen. Das ist normal – die Lactobacillus-Bakterien arbeiten.

Schritt 8: Nach Geschmack naschen und lagern (variabel)

Nach 5–7 Tagen die erste Kostprobe nehmen. Je länger du warten kannst, desto intensiver wird der Geschmack und umso mehr Milchsäurebakterien entstehen. Nach spätestens 10 Tagen in den Kühlschrank stellen – dort hält es sich 4–6 Wochen, wird jedoch immer säurer. Das ist gewünscht.

Nährwerte pro Portion (ca. 125 g)

  • Kalorien: 18 kcal
  • Protein: 1,2 g
  • Kohlenhydrate: 2,8 g
  • Fett: 0,3 g
  • Ballaststoffe: 1,5 g
  • Natrium: 780 mg (durch die Gärung sättigend, wenig nötig)

Hinweis: Diese Werte sind geschätzt und basieren auf Rohkost-Datenbanken. Die Fermentation verändert die Nährstoffzusammensetzung leicht – Vitamin C baut ab, B-Vitamine entstehen neu.

Tipps von Lena

Mein erster Tipp: nicht zu ungeduldig sein.
Als Mutter von zwei Kindern weiß ich: Alles soll schnell gehen. Aber bei der Fermentation lohnt sich wirklich Geduld. Die ersten 3 Tage sieht das Glas eher unspektakulär aus. Das ist der Moment, in dem viele aufgeben. Vertrau mir – ab Tag 5 merkst du den Unterschied. Lass es einfach stehen.

Mein zweiter Tipp: Variationen ausprobieren.
Magst du es schärfer? Doppelte Menge Gochugaru. Hast du Ingwer-Abneigung? Lass es weg. Kimchi funktioniert auch ohne. Mit getrockneten Shiitakepilzen oder Wakame-Algen wird es umami-reicher und noch interessanter. Das Schöne am Selbermachen: Du bestimmst den Geschmack.

Mein dritter Tipp: Salzwasser-Trick für Neulinge
Manche meiner Klientinnen berichten von Schimmel beim ersten Versuch. Meist liegt es daran, dass Teile des Kohls aus der Flüssigkeit herausragen. Kleine Glasperlen oder einen sauberen Stein obenauf halten, alles unter der Salzlake. Alternativ: Das Kimchi einmal täglich leicht durchrühren. Nicht elegant, aber es funktioniert.

Häufige Fragen

Ist Kimchi selbst machen ungefährlich? Können Bakterienprobleme entstehen?

Kurze Antwort: Ja, es ist sicher. Wissenschaftlich gesehen funktioniert die Fermentation nach einem sehr stabilen Prinzip – die Milchsäurebakterien senken den pH-Wert so schnell, dass schädliche Keime keine Chance haben. Länger als 10 Tage bei Zimmertemperatur solltest du es nicht lagern, sonst wird es zu sauer und zu weich. Schimmel ist das einzige echte Risiko – und das nur, wenn Teile aus der Flüssigkeit ragen. Riecht es unauffällig und sieht farblich normal aus, ist es sicher.

Kann ich beim „Zimchi selbst machen“-Rezept auch Gemüse verwechseln? Geht auch Rotkohl oder Brokkoli?

Technisch ja, aber geschmacklich nicht unbedingt besser. Rotkohl fermentiert schon, wird aber mehlig. Brokkoli wird schnell matschig. Chinakohl ist deswegen die klassische Wahl – die Struktur bleibt angenehm, und die Oberfläche ermöglicht eine hervorragende Salzverteilung. Wenn du experimentieren möchtest: Kombinationen funktionieren besser als Austausche. Also Chinakohl + Karotte, nicht nur Karotte.

Wie viel Kimchi sollte ich pro Tag essen, um von der Gärung zu profitieren?

Eine realistische Portion ist 2–3 Esslöffel (ca. 30–50 g) als Würzmittel zu Reis, Suppe oder als Beilage. Das ist kein Superfood-Argument – es ist einfach eine leckere, probiotische Würzbeilage mit echten Milchsäurebakterien. Mehr als eine Handvoll pro Mahlzeit macht niemand nötig, und bei zu viel Salz ist weniger mehr. Es geht um Regelmäßigkeit, nicht um Mengen.

Warum dieses Kimchi-Selbstmach-Rezept mein lLiebstesist

Ich betreue viele Klientinnen, die wissen möchten, wie sie ihre Darmgesundheit verbessern, ohne in Supplement-Läden zu rennen. Die Antwort ist oft so simpel: fermentierte Lebensmittel. Dieses Kimchi-selber-machen-Rezept zeigt dir, dass Fermentation nicht mystisch ist – es ist nur Zeit und Salzwasser und das Vertrauen darauf, dass Mikroben ihren Job machen.

Und ehrlich? Das erste selbstgemachte Kimchi-Glas schmeckt besser als alles, was ich je aus dem Glas gekauft habe. Nicht weil es „optimal“ ist, sondern weil du weißt, was drin ist. Knoblauch, Salz, dein Geschmack – fertig.

Viel Erfolg beim Fermentieren!

Lena

 

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