Du kennst das: Feierabend, die Kinder sind hungrig, und du brauchst etwas Schnelles, das trotzdem schmeckt. Tiefkühlfalafel sind praktisch, aber ehrlich gesagt geschmacklich oft enttäuschend. Mein Rezept für Falafel aus der Pfanne ist genauso schnell wie die Tiefkühlversion – und schmeckt tatsächlich nach etwas. Aus gekochten Kichererbsen brauchst du nur 15 Minuten von der Küche bis zum Teller. Perfekt für Wochentage, wenn es keine ausgefeilte Menüplanung gibt.
Zutaten (für 2 Personen)
- 400 g Kichererbsen (aus der Dose, abgetropft)
- 1 kleine Zwiebel (ca. 80 g)
- 2 Knoblauchzehen
- 30 g Petersilie (frisch, gehackt)
- 15 g Koriander (frisch, optional, aber empfohlen)
- 40 g Mehl (Weizenmehl oder Kichererbsenmehl)
- 1 TL Kreuzkümmel
- ½ TL Salz
- ¼ TL Cayennepfeffer
- 1 Ei
- 3 EL Olivenöl zum Braten
Kosten pro Portion: ca. 2,80 € (wenn du Kichererbsen in der Dose kaufst und Kräuter aus dem Garten oder Topf hast)
Zubereitung
- Kichererbsen vorbereiten (2 Min.): Die Kichererbsen gründlich abtropfen lassen und mit Küchenpapier abtrocknen. Das ist wichtiger, als es klingt – je trockener sie sind, desto besser hält der Teig später zusammen. Ich mache das immer mit einem Sieb und etwas Druck.
- Aromaten schneiden (3 Min.): Zwiebel grob würfeln, Knoblauch pressen oder fein hacken. Petersilie und Koriander – falls du sie haben solltest – fein hacken. Die Kräuter später in den Teig, nicht vorher mit den Kichererbsen, verarbeiten, sonst werden sie dunkel und bitter.
- Falafel-Masse mixen (4 Min.): Kichererbsen, Zwiebel und Knoblauch in einen Mixer oder die Küchenmaschine geben. Kurz pulsieren – nicht zu lange! Die Masse sollte körnig-bröselig sein, kein feines Püree. Das ist der häufigste Fehler: Wenn zu lange gemixt wird, entstehen am Ende keine schönen Stücke mehr.
- Gewürze und Binder einarbeiten (2 Min.): Mehl, Kreuzkümmel, Salz und Cayennepfeffer dazugeben und kurz durchmischen. Das Ei zugeben und kurz mixen. Die Masse sollte sich zu einer Art Teig verbinden, ohne zu kleben. Falls zu trocken: noch ein halbes Ei. Falls zu feucht: ein EL Mehl mehr.
- Kräuter unterheben (1 Min.): Petersilie und Koriander vorsichtig mit einem Löffel einarbeiten.
- Falafel formen (2 Min.): Mit angefeuchteten Händen oder zwei Löffeln kleine Bälle oder längliche Frikadellen bilden. Du brauchst etwa 8–10 Stück für zwei Personen. Mein Tipp: Feuchte Hände verhindern, dass die Masse klebt – das ist deutlich einfacher als mit trockenen Händen zu arbeiten.
- Pfanne erhitzen (1 Min.): Olivenöl in eine große Pfanne geben und auf mittlere bis mittelheiße Hitze erhitzen. Das Öl sollte nach 30 Sekunden ein leises Flüstern machen – aber nicht zu heiß sein, sonst werden die Falafel außen dunkelbraun, innen aber noch kühl.
- Falafel braten (3 Min. auf der ersten Seite, 2 Min. auf der zweiten Seite): Die geformten Falafel in die Pfanne legen – sie sollten nicht zu eng nebeneinander liegen. Die erste Seite 3 Minuten goldbraun braten (nicht früher wenden!). Dann vorsichtig wenden und weitere 2 Minuten garen. Sie sollten außen knusprig, innen noch leicht cremig sein.
Gesamtzeit: ca. 15 Minuten
Nährwerte pro Portion (geschätzt)
- Kalorien: 320 kcal
- Protein: 11 g
- Kohlenhydrate: 28 g
- Fett: 18 g
- Ballaststoffe: 7 g
Die Nährwerte beruhen auf den getesteten Zutaten. Falafel sind zwar nicht kalorienarm, aber dafür sehr sättigend und mit guter Proteinqualität dank der Kombination aus Hülsenfrüchten und Ei.
Tipps von Lena
Mein Tipp #1 – Vorbereitung am Wochenende: In meiner Praxis sehe ich oft, dass Berufstätige unter der Woche unter Zeitdruck stehen. Deshalb bereite ich die Falafelmasse am Wochenende vor und friere sie in Portionen ein. Montag bis Freitag brauchst du dann nur noch zu braten – das dauert noch 5 Minuten. Die gefrorenen Falafel direkt in die warme Pfanne: einfach eine Minute länger pro Seite.
Mein Tipp # 2 – Variation für Skeptiker: Meine Kinder sind lange nicht an Koriander gewöhnt. Also habe ich ihn weggelassen und stattdessen 1 TL Sumach oder Zitronenabrieb dazugegeben. Das gibt dem Ganzen eine andere Frische. Auch Minze funktioniert – probier einfach aus, welche Kräuter dir schmecken.
Mein Tipp # 3 – richtige Würzung: Wissenschaftlich gesehen braucht Falafel überraschend viel Salz in der Masse selbst – nicht erst beim Essen. Wenn du merkst, dass das Ganze geschmacklich zu mild ist, während du noch mixt: eine Prise mehr Salz und vielleicht ein bisschen mehr Kreuzkümmel. Schmecken vor dem Braten ersatzäuglicher hinterher.
Häufige Fragen
Kann ich gefrorene statt frischer Kichererbsen nehmen?
Ja, aber nicht ideal. Gefrorene Kichererbsen halten oft noch mehr Wasser, und dein Teig wird schneller zu feucht. Dafür musst du dann mehr Mehl nehmen. Ich empfehle: Wenn du bereits am Sonntag weißt, dass du Falafel aus der Pfanne machen willst, nimm dir mal die Zeit und koche am Vortag getrocknete Kichererbsen. Eine Dose ist aber vollkommen okay – sie ist nur etwas flüssiger.
Kann ich das Rezept für die Falafelpfanne schnell auch mit Blumenkohl machen?
Technisch ja, aber das Ergebnis ist ein anderes Gericht. Blumenkohl-Fritter sind zwar lecker, aber nicht wirklich Falafel. Mein Rezept für Falafel braucht die Stärke und das Protein der Kichererbsen, sonst schmeckt es zu sehr nach Gemüse statt nach orientalischem Comfort Food. Wenn du aber weniger Kohlenhydrate möchtest: Ersetze die Hälfte der Kichererbsen durch gedämpften, zerkrümelten Blumenkohl. Das funktioniert tatsächlich.
Warum sind meine Falafel aus der Pfanne innen noch roh?
Das passiert, wenn die Pfanne zu heiß ist und die Außenseite sehr schnell dunkel wird, während innen noch nichts durchgegart ist. Lösung: Mittelhöhe verwenden, nicht zu groß formen (etwa Tischtennisballgroß) und wenn sie nach dem Umdrehen noch nicht durchgebraten aussehen, einfach die Hitze etwas reduzieren und weitere 1–2 Minuten warten. Du kannst auch einen großen, umgestülpten Topf draufsetzen – das hilft bei der Durchgarmachung, ohne zu bräunen.
Zum Servieren: Mein Rezept für die Falafel-Pfanne schmeckt am besten mit Hummus, Tahini-Sauce, frischer Minze und einem grünen Salat. Oder klassisch im Pita-Brot mit Tomaten, Gurke und roten Zwiebeln. Das war’s schon – schneller geht orientalisch inspirierte Feierabendküche nicht.




